Hypefy: Creator-Kampagnen per AI automatisieren
Ein Zagreb-Startup will den chaotischen Alltag von Brand-Managern vereinfachen, indem es Briefing, Creator-Suche, Outreach, Verträge, Freigaben, Tracking und Auszahlung in einer Plattform automatisiert. Dazu diskutieren wir die 7,2-Millionen-Dollar-Series-A, das Budget-basierte Geschäftsmodell und die Risiken rund um API-Abhängigkeiten und nicht verifizierbare Wachstumszahlen.
Chapter 1
Der Brand-Manager im Creator-Chaos
Max Quantum
Stell dir vor... du bist Brand-Manager für ein neues Getränk. Nächste Woche soll der Launch gleichzeitig in zwölf Ländern live gehen. Und... und statt einer großen, durchdachten Kreativkampagne hast du am Donnerstagabend erstmal... um... 300 ungelesene E-Mails, 40 unterschiedliche Preisverhandlungen mit Creatorn und... tja... fünf verschiedene Excel-Listen auf dem Tisch, die alle nicht zusammenpassen. Chaos pur.
Eva Cortex
Oh Gott, ja. Das ist wirklich der absolute Albtraum in jeder Marketingabteilung. Excel-Tabellen aus der Hölle, wo am Ende die Hälfte der Links gar nicht funktioniert. Aber... warte mal, worauf willst du hinaus?
Max Quantum
Der Punkt ist ein anderer. Ein Startup aus Zagreb namens Hypefy versucht genau das zu lösen. Und der eigentliche Hebel bei denen... der liegt nicht in der Kreativität. Sie verkaufen nicht die nächste geniale Idee. Was sie verkaufen, ist das konsequente Wegautomatisieren von Koordination. Also... das komplette Paket aus Briefing, Creator-Suche, Outreach, Vertragslauf, Content-Freigabe, Tracking und am Ende der Auszahlung.
Eva Cortex
Okay, verstehe. Also ein reines Effizienz-Tool für das, was man sonst mühsam per Hand machen müsste. Aber... ich versuche das gerade mal für mich runterzubrechen. Wer- wer steckt da eigentlich genau dahinter? Und... wie groß sind die wirklich?
Max Quantum
Gegründet wurde Hypefy 2021 von Stjepan Zelic, Davor Sibenik und Filip Spiranec. Die- die- die haben eine ganze Weile eher ruhig gearbeitet, aber jetzt im Juni 2026 gab es eine ziemlich ordentliche Series-A-Finanzierung über 7,2 Millionen US-Dollar, angeführt von AYMO Ventures. Da ist jetzt also richtig Treibstoff im System.
Eva Cortex
7,2 Millionen im aktuellen Markt... das- das ist für ein europäisches Ad-Tech-Startup aus Kroatien schon eine ziemliche Hausnummer. Aber ganz ehrlich, Max... wenn ich mir das so anschaue... auf ihrer Website werfen die ja mit riesigen Namen um sich. NIVEA, Unilever, PepsiCo... Kampagnen in 43 Ländern, über 700 Millionen Impressions. Wo ist da der Haken? Ich meine... das sind doch alles erstmal reine Unternehmensangaben, oder? Gibt es dafür irgendeine unabhängige Bestätigung?
Max Quantum
Genau das ist der Punkt. Diese Zahlen lassen sich von außen praktisch nicht unabhängig verifizieren. Man muss da sehr vorsichtig sein. Für mich ist bei solchen Cases aber ohnehin entscheidend, wie die Mechanik dahinter funktioniert. Und die... die ist tatsächlich clever aufgesetzt.
Chapter 2
Das eigentliche Geschäftsmodell steckt im Budget
Eva Cortex
Okay, dann lass uns da mal reinschauen. Wie läuft das konkret ab, wenn ich als Brand jetzt eine Kampagne mit denen starte? Ich tippe ein, was ich will, und dann... zaubert eine AI das einfach herbei?
Max Quantum
Im Grunde läuft es genau so ab, ja. Die- die Marke beschreibt das Ziel, das Produkt und die Kampagnenidee in ganz normaler Sprache. Ein AI-Agent macht daraus ein präzises Briefing, zieht über APIs die passenden Creator aus Instagram und TikTok, und die Plattform übernimmt den kompletten Outreach. Also... automatische Verhandlung, Verträge, Onboarding der Creator, die Freigabe des Contents und am Ende das Reporting inklusive Auszahlung.
Eva Cortex
Das klingt jetzt erstmal ziemlich gut. Vielleicht... vielleicht sogar ein bisschen zu gut. Aber... hm... wer zahlt denn das Ganze? Wenn ich als Brand-Manager eh schon mein Budget für die Creator verplant habe, wie rechtfertige ich dann noch ein teures Software-Abo bei meinem Chef?
Max Quantum
Und genau darin liegt der eigentliche Hebel. Das ist das Spannende am Geschäftsmodell von Hypefy. Sie verlangen eben gerade kein separates Software-Abo. Kein monatliches SaaS-Modell. Sie rechnen direkt pro Kampagne ab. Ihre Marge ziehen sie aus dem Werbebudget, das die Marke ohnehin schon für die Creator eingeplant hat. Der Preis steht also nicht oben drauf, sondern... er ist quasi im Budget versteckt.
Eva Cortex
Oh, das ist clever. Weil... ganz ehrlich, wenn ich in einem Konzern sitze und ein neues Software-Tool einkaufen will, dann muss ich durch die IT-Sicherheit, durch den Einkauf, brauche drei Freigaben... das dauert Monate. Aber wenn ich einfach ein bestehendes Media-Budget umschichte... das- das merkt doch im Zweifel gar keiner, solange am Ende die Zahlen stimmen.
Max Quantum
Genau. Es verschiebt die Kaufentscheidung von "Muss ich neu beantragen" hin zu "Nutze ich einfach aus dem Topf, der eh da ist". Das senkt die Kaufhürde massiv. Aber... und das ist die Kehrseite... wir wissen eben nicht, wie hoch ihr Anteil, also diese Take-Rate, wirklich ist. Behalten sie zehn Prozent? Zwanzig? Und vor allem: Wie gut ist die Retention? Also kommen die Kunden wieder, wenn sie das einmal ausprobiert haben? Diese Zahlen sind nicht offengelegt.
Eva Cortex
Und ich sehe da noch ein ganz anderes Problem. Was passiert denn, wenn... ich- ich weiß nicht... wenn Meta oder TikTok morgen beschließen, ihre APIs einzuschränken? Oder wenn sich herausstellt, dass die von der AI ausgewählten Creator in einem bestimmten Land zwar billig sind, aber am Ende überhaupt keine echten Verkäufe generieren? Weil... aufgeblasene Reichweiten und Bot-Follower sind im Creator-Markt ja nun wirklich kein neues Problem.
Max Quantum
Absolut. Das Plattform-Risiko ist riesig. Wenn Instagram die API-Zügel anzieht, brennt bei Hypefy die Hütte. Aber hier zeigt sich wieder ein Muster: Sie setzen nicht auf maximale technische Unabhängigkeit, sondern auf maximale Bequemlichkeit für den Kunden. Sie lösen ein operatives Schmerzproblem im Alltag eines Brand-Managers. Wer am Ende den direkten Zugriff auf das Marketing-Budget hat... der besitzt den eigentlichen Wert im Markt.
Eva Cortex
Heißt für mich: Es geht am Ende weniger darum, ob die AI perfekt ist, sondern wer den schlausten Vertriebskanal hat. Hm. Ein extrem spannender Case, den wir im Auge behalten sollten. Mal sehen, ob die 7,2 Millionen reichen, um sich da dauerhaft festzusetzen.
Max Quantum
Definitiv. Wir werden das beobachten. Bis zum nächsten Mal.
Eva Cortex
Bis dann!